Beste Noten für die Fußball-EM

football music

Es gilt allgemein als recht kompliziert, das mit der Notenschrift. Und vielleicht ist da ja auch etwas dran. Immerhin sind Tonhöhen und Tondauern irgendwie eine abstrakte Sache und wenn jemand einen Ton singt (nicht nur im Stadion), dann ist  kaum zu erwarten, dass er oder sie sich dabei Gedanken darüber macht, ob das jetzt ein C oder ein Fis ist und wie man das womöglich aufschreiben würde.

Warum auch?

Es funktioniert ja auch so. Merkwürdigerweise.

Vollkommen unverabredet singen da bisweilen mehrere tausend Menschen instinktiv in (mehr oder weniger gut getroffener) gleicher Tonhöhe los.

So scheint es zumindest.

Denn genau genommen ist es doch immer nur einer, der die Initiative ergreift, tief Luft holt, die Stimmbänder spannt und den ersten Ton hinauswirft in das gespannte Geschehen. Ein Ton, den, kaum dass er zur Schallwelle wurde, zwei, drei, fünf Umstehende aufgreifen, die schon an der Art des Einatmens des ersten merkten, dass hier gleich ein Klang entstehen wird, der danach verlangt, aufgenommen und weitergereicht zu werden.

Und in Bruchteilen von Sekunden sind es dann 10, 20, 50, 100 und mehr und mehr Menschen, die diesem Impuls folgen und deren Stimmen sich wie von Geisterkraft geführt auf mehr oder weniger genau der gleichen Tonhöhe finden.

Ein faszinierender Vorgang, der ahnen lässt, dass uns allen eine bestimmte Art von musikalischem Gespür innezuwohnen scheint, die es ermöglicht, dass so etwas funktioniert.

Wir haben diese Fähigkeit, genau wie das Sprechen, durch Beobachtung erworben.

So, wie wir es als kleine Kinder durch Nachahmung erlernen, Laute nachzubilden und daraus dann verständliche Lautkombinationen zu fomen, die zu Worten werden, mit denen wir uns untereinander verständlich machen können, so entsteht auch die Befähigung des Erkennens und Nachsingens von Tonhöhen durch Hören und Beobachten.

Wie selbstverständlich kommt dann die Zeit in unserem Leben, in der wir herangeführt werden ans Schreiben: Erst einzelne Buchstaben, dann deren Kombination. Immer sind es Worte, die wir schon sprechen bzw. hörend erkennen können, die wir zu schreiben lernen. MA-MA, PA-PA, DA, ICH, der eigene Name… Lauter uns bereits Vertrautes bekommt eine faszinierende neue Dimension in dem Moment, in dem wir dazu in den Stand gesetzt werden, es in einen anderen Aggregatzustand zu transformieren.

Aus Klang wird Bild.

Das lernen und verstehen wir – vielleicht mit einigen Ausnahmen – alle, wenn man es uns in diesem herrlichen Alter von ungefähr sechs Jahren beibringt.

Und warum sollte es dann wirklich so viel komplizierter sein, genau den gleichen Vorgang auch mit Musik stattfinden zu lassen?

Denn nichts anderes findet dabei statt: Klänge, die uns umgeben, die uns (im Idealfall) vertraut sind, werden nach bestimmten Mustern als Striche und Punkte auf Papier gesetzt. Genau wie beim Schreiben von Buchstaben und Worten.

Versuchen wir es mal?

Sie werden sehen: Es ist eigentlich ganz einfach.

Ein Blatt Papier. Leer.

Leer

Ein Ton, irgendeiner, ist ein Punkt.

3

Ein Ton, der höher klingt, steht weiter oben auf dem Papier,

4

Einer, der tiefer ist, steht weiter unten.

5

Hoch – oben, Tief – unten. Ist doch irgendwie logisch, oder? 😉

6

Damit es sich besser orientieren lässt, machen wir eine Linie aufs Papier als optischen Bezugspunkt:

7
Und schon können wir die Töne nach Belieben anders anordnen und verlieren nie den Überblick, welcher der Töne höher oder tiefer ist als der oder die anderen.

Mit dem Verständnis dieser Zusammenhänge sind wir ungefähr bei der Befähigung angekommen, MA-MA schreiben zu können. Nicht so schlecht, oder?

Am Ende werden es nicht eine, sondern fünf Linien sein. Dazu kommen einige unterschiedliche Formen der Punkte, ergänzt um ein paar Striche und Kurven. Zeichen, die man Schlüssel nennt, Vorzeichen und so weiter. Aber das Prinzip lässt sich, wie eben gezeigt, auf ein paar Grundverabredungen zurückführen, deren Zusammenwirken genauso schwer oder einfach zu lernen ist, wie das Notieren von Sprache.

Sollte das nicht Spaß machen? Bekommen Sie Lust? EinfachMusik wird Sie in absehbarer Zeit führen auf einem Weg, sich diese wunderbare Welt der Musik zu erschließen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit – und gute Musik!
Ihr

Stefan Malzew

 

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