Beethoven – Die Neunte

Es gibt eine Reihe großartiger Musiker, die blind sind. Man weiß, dass diese Einschränkung den Hörsinn sogar extrem befördert – und sicher ist diese erhöhte Sensibilisierung auf das Ohr etwas, das den Umgang mit Musik prägt.

Aber taub sein? Und trotzdem Musik als Profession haben? Faszinierende Vertreterin in dieser Hinsicht ist die Percussionistin Evelyn Glennie, die ihre Wahrnehmung des Klanges über das körperliche Spüren von Schwingungen erlebt.

Und Beethoven?
Er hat seinen Hörsinn erst im Laufe seines Lebens mehr und mehr eingebüßt, verfügte also über ein akustisches Erinnerungsvermögen, das für seine Kreativität als Komponist von hoher Bedeutung war.

Er hat in seiner stillen Phantasie gleichwohl Klänge erfunden, die seinerzeit in jeder Hinsicht un-erhört waren.

Seine Neunte Sinfonie ist eines der außergewöhnlichsten musikalischen Meisterwerke. Und doch ist das eigentlich Faszinierende an diesem Stück den meisten Menschen unbekannt: Die knappe Stunde Musik, die vor dem berühmten Lied kommt.

In der Aufzeichnung, die über den Link zu finden ist, kann man mit Leonard Bernstein als Dirigenten und den Wiener Philharmonikern großartig miterleben, was sich hinter „diesen Tönen“ verbirgt, von denen Beethoven sagen lässt: „Nicht diese, bitte!!“

Es ist überliefert, dass Beethoven die Uraufführung selbst dirigierte (taub!, mit assistierenden Dirigenten hinter ihm, von denen er nichts wusste…) und es am Ende nicht wagte, sich umzudrehen, da er nicht hören konnte, ob das Publikum klatscht oder zischt und buht.

Es war ein Triumph, den er entgegennahm, nachdem man ihn ermutigt hatte, sich umzuwenden.

Wirken seine Töne und die Worte von Schiller hinein in unsere Zeit? Müssten sie das nicht eigentlich viel, viel mehr tun?

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit – und gute Musik!
Ihr

Stefan Malzew

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