Dur und moll

sugar and salt on white background

Praktisch und mitten im Leben sind „Dur“ und „moll“ pure Emotion!

Rein theoretisch gesehen sind Dur und Moll-Dreiklänge in ihrer Grundform eine Kombination aus einer großen und einer kleinen Terz.

Große Terzen bestehen aus vier Halbtonschritten, kleine aus drei Halbtonschritten.
Bei einem Dur-Dreiklang ist die große Terz unten und die kleine darüber, bei einem moll-Dreiklang ist es genau umgekehrt.
In beiden Fällen ist das umschließende Intervall eine Quinte (sieben Halbtonschritte).

Dialog der Meister

 

Stich, Abbildung, gravure, engraving : 1883

Wolfgang Amadeus: „Ich hab da mal was Sentimentales geschrieben, so richtig schön weich – das rührt zu Tränen!!!“

Johannes: „Moll?“

Wolfgang Amadeus: „Dur. C-Dur.“

Johannes: „Da werd‘ ich dann mal dagegenhalten. Mit einem richtig knackigen moll. G-moll.“

Wolfgang Amadeus: „Sieht so aus, als verstehen wir uns prächtig! Mit g-moll hab ich auch mal so richtig hingelangt!“

Portrait of german composer BrahmsJohannes: „Großartig. Darf ich mal sentimental in Dur?“

Wolfgang Amadeus: „Aber gern, bin gespannt!“

Johannes: „Klavier Solo… Der, der es da spielt, sieht fast ein bisschen aus wie ich…“

Wolfgang Amadeus: „MannMannMann, ist das schön. Lass uns mal was zusammen machen.“

Johannes: „Schöne Idee – leider zu spät…“

Wer legt eigentlich fest, wie Musik wirkt?

Es ist tatsächlich eine sehr willkürliche Sache, dass man uns beigebracht hat, moll hätte etwas mit Traurigkeit zu tun und Dur stünde musikalisch gesehen für fröhlich und heiter.

Das wird in verschiedenen Kulturen völlig unterschiedlich wahrgenommen.

Wenn man es etwas vorsichtiger und von der anderen Seite her betrachtet formuliert, dann kann vielleicht ein Schuh daraus werden:

moll

Wenn ich einen emotional weicheren, offeneren Ausdruck musikalisch erreichen möchte und ich schreibe meine Musik für Menschen mit den Hörgewohnheiten des mittleren Europa, dann bin ich erstmal auf der sicheren Seite, wenn ich es mit moll versuche.

Aber darüber hinaus müssen schon noch ein paar andere Parameter auch noch zum Charakter passen – sonst passiert es leicht, dass das Ganze  so gar nicht traurig und weich klingt.

Und Dur?

So wie der Begriff moll vom lateinischen mollis kommt und weich bedeutet, kommt Dur von duris und heißt hart.

Das passt schon mal zu den ganzen Militärmärschen, die eigentlich alle in Dur stehen.

Überwiegend werden wir in unserer Gegend hier fündig bei dem Dur- und moll – Verständnis das wir traditionell haben – (übrigens: moll kleingeschrieben und Dur groß ist durchaus richtig!). Aber sowie wir es mit Ohren anderer kultureller Prägung zu tun bekommen, müssen wir wissen, dass man es da eventuell ganz anders deutet.

Viel Spaß beim Entdecken!

Ich wünsche eine gute Zeit und gute Musik!

Ihr
Stefan Malzew

 

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