Mr. Bean und die Quinte

Various herbs and spices on black stone plateDie Quinte (lateinisch „der Fünfte“) ist ein musikalisches Intervall. Der Abstand zwischen den beiden Tönen, die dieses Intervall bilden, besteht jedoch aus sieben Halbtonschritten. Die Bezeichnung impliziert zwar einen Zusammenhang mit der Zahl Fünf, was aber stillschweigend außer Acht lässt, dass es sich bei diesen 5 Tonschritten dann um eine Mischung aus Ganz – und Halbtonschritten handelt, die sich aus dem Schema einer so genannten diatonischen Tonleiter herleiten. Es wird also gleich mal kompliziert…

Einfacher und von jedem Ton des Tonsystems gleichermaßen anwendbar ist es, irgend einen frei gewählten Ton als Ausgangston (0) festzulegen und dann sieben Halbtonschritte entweder nach oben oder nach unten weiter zu wandern. Unabhängig davon auf welchem Instrument und egal in welcher Tonlage: der erreichte Ton wird zum Ausgangston immer eine Quinte ergeben.

Geigen, Bratschen und Violoncelli stimmen übrigens ihre leeren Saiten im Abstand einer solchen Quinte. Wenn Sie also mal so richtig viele Quinten auf einmal hören möchten, dann ist der Augenblick unmittelbar vor Beginn eines Sinfoniekonzerts ein herrlicher Moment. Da werden nämlich all diese Instrumente von ihren Spielern auf dieselbe Tonhöhe gestimmt, indem die Spannung der Saiten so angepasst wird, dass sie alle in ihrer Tonhöhe fein aufeinander abgestimmt sind. Und da das passiert, indem kräftig auf den leeren Saiten herumgestrichen wird, ist das ein Moment Quintenerlebnis pur.

Dialog der Meister

John (schreibt in Ludwigs Konversationsheft): Sag mal, Ludwig, wie lange kannst Du jetzt schon nichts mehr hören?
Ludwig: „Viel zu lange…!“
John (schreibt): Woher weißt Du trotzdem noch so genau über die Wirkung von Intervallen Bescheid?
Ludwig: „Weil ich, wie wir alle, das Empfinden für die Klänge in mir trage. Nimm nur die Quinte: Dieses Stolze in ihrem Wesen, diese selbstbewusste Kraft, dieses Fordernde wenn sie aufsteigt…“
John (schreibt): Ja, eben! Seit Deiner Neunten weiß ich, dass so eine Musik wie z.B. die zu Star Wars genau dieses Intervall braucht, um damit das Hauptthema zu eröffnen…!
Ludwig: (lächelt): „Ja, ja… ich weiß. Aber hast Du es bemerkt: bei meiner Neunten geht es mit einer fallenden Quinte los…“
John (schreibt): Natürlich, ja, was für ein Einfall! Kein Dur, kein Moll, einfach eine klare, wertfreie Feststellung, ein deutlicher Klang, offen und unendlich bestimmt in seiner Kraft. So leise, und so stark, so unbestechlich…
Ludwig (lächelt die ganze Zeit): „Genau. Wenn man das einmal empfunden hat, vergisst man es nicht mehr, egal ob man hören kann oder nicht. Man muss es nicht hören können um es zu verstehen. Es ist in uns, wie der Puls, wie das Atmen, wie das Leben…!“
John: Lächelt nun auch.

Die Macht der Quinte sei mit dir!

Yoda fragt: „Was macht so besonders eine Quinte? In der Musik das Streben nach Stabilität sie ist. Alles Verworrene zu ordnen die Kraft sie hat.“

Wenn zwei Töne im Abstand einer Quinte zusammen ertönen, entsteht ein Klang, der aufräumt, der eine Tonart etabliert, der das Ohr in eine ganz bestimmte Richtung führt.

Wenn etwas Tonart werden möchte, braucht es die Quinte als Umfassung, und gleichzeitig ist sie es, die fortschreitend eine Tonart aus der vorigen entstehen lässt.
Der HitView zum Song „Astronaut“ von Sido und Andreas Bourani befasst sich mit der Quinte.
Eines der Stücke, die dabei als Beispiel erklingen, ist ein Ausschnitt aus Beethovens Neunter Sinfonie.
Für die Fans von Rowan Atkinson (wer ist das nicht???) hier eine ganz besondere Version des ersten Gesangs-Solos der 9. Beethoven:
Viel Vergnügen – und bis zum nächsten Mal. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und gute Musik.
Ihr Stefan Malzew

 

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