Zwei Länder – viele Hymnen

Man kennt das bei internationalen (nicht nur Fußball-) Turnieren: Endlich kommen die Mannschaften auf den Rasen gelaufen, nachdem das ganze Vorgeplänkel geschafft ist – aber bevor es dann wirklich losgeht, stellen sich erst alle in eine Reihe und singen ein Lied.

Fast alle.

Mindestens einer singt garantiert nicht mit. Meistens eher mehrere. Oder er oder sie tut oder tun nur so, als ob er oder sie den Text kennt oder kennen und bewegt oder bewegen die Lippen irgendwie falsch.

Aber zur Sache:

Ein Land – eine Hymne. Und das zwei Mal. Das ist es, was da geschieht vor den Spielen.

Wenn aber z.B. Nordirland gegen Deutschland antritt, dann sind es plötzlich sehr viel mehr Hymnen als nur zwei, die da eine Rolle spielen.

Bei Deutschland ist es, nachdem das 40 Jahre währende Zwei-Hymnen-Experiment 1989 wieder beendet wurde, mittlerweile eine recht klare Sache – auch wenn die Melodie, die sich durchgesetzt hat, seit Joseph Haydns Zeit, als dieser sie für den Text des Liedes „Gott erhalte Franz, den Kaiser“ erfand, erst Jahrhunderte lang Umwege über immer wieder andere Texteinfälle überstehen musste, bis dann endlich der Fußball der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dafür sorgte, dass ein Mann aus der Branche der Schüssel-Hersteller oder auch Becken-Bauer der Melodie dieses Liedes wieder zu ihrer ursprünglichen Bestimmung führte.

Aber die Iren? Da ist es weit davon entfernt, nahe einer Klärung zu sein – und dort gibt es deutlich mehr als nur zwei Hymnen, die um ihr Vorrecht, die einzig Wahre zu sein, ringen.

Das ganze Was und Wie findet sich in diesem brandaktuellen HitView – am Tage des Erscheinens spielen Nordirland und Deutschland gegeneinander in der Vorrunde der Fußball-Europameisterschaft.

Wer gewinnt?

Natürlich die Musik!

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit – und gute Musik!
Ihr

Stefan Malzew

Die offiziellen und inoffiziellen Hymnen, die im Video Erwähnung finden:

Hanns Eisler komponierte die zunehmend verstummende Hymne der DDR.

Wechselnder Text, gleichbleibende Melodie: die deutsche Nationalhymne fußt auf Joseph Haydns Kaiserhymne.

Die offizielle Hymne des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie einiger Commonwealth Realms: God save the Queen.

Eine der „inoffiziellen Nationalhymnen“ Großbrittaniens, die Rule, Brittania!

Den Engländern dient daneben auch Land of Hope and Glory als inoffizielle Hymne.

Danny Boy, eine Ballade um den Abschied und die Wiederkehr eines geliebten Menschen, wird als inoffizielle Hymne der Nordiren verstanden und ist deswegen in zahlreichen, wunderschönen Fassungen zu finden – im HitView zu hören in den Versionen von Eva Cassidy, Renée Fleming und Celtic Woman. Während in dieser Version den Celtic Women ja durchaus ein paar Männerstimmen beistehen, hier noch eine Aufnahme, in der nur die vier Frauen das Lied singen – in herrlichem Ambiente und mit ausserordentlich klarer und reiner Gesangskunst.

Nur der Refrain, nicht die Strophe von The Soldier’s Song (irisch: Amhrán na bhFiann) bildet die Nationalhymne der Republik Irland.

Lustiger und unbeschwerter geht es in der inoffiziellen Hymne der Iren zu: God save Ireland.

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